Aronia
Die Aroniabeere, auch als Apfelbeere bezeichnet, gehört zu der Pflanzenfamilie der Rosengewächse. Die Aronia ist botanisch gesehen zwar keine Beere, sondern wird zu den Kernobstgewächsen gezählt, da die Früchte jedoch wie Beeren aussehen, sagt man meist Aroniabeeren.
Die Aronia wächst als kleiner Strauch von bis zu 2 m Höhe. Sie wird breiter, je älter sie wird und sie verjüngt sich ständig neu. Die Blätter sind Sommergrün und stehen wechselseitig am Holz. Sie haben eine eiförmige Grundform, die ca. 2 bis 5,5 cm lang werden, auf der Oberseite glänzend Grün und auf der Unterseite kahl und hellgrün gefärbt. Die Blätter fühlen sich lederartig an.
Im Herbst färben sich die Blätter leuchtend dunkelrot bis weinrot.
Die Blüten erscheinen erst nach dem Laubaustrieb im Mai und strahlen im reinen Weiß. Sie sind etwa 1 cm groß und stehen als Schirmrispen bestehend aus 15 - 20 aber auch bis hin zu 30 einzelnen Blüten. Die Blüten haben eine Blühzeit von ca. 5 Tagen. Der Gesamte Vorgang dauert meist 10 Tage. Die Blüten sind selbstbefruchtend, weshalb Aronia jedes Jahr zuverlässig Beeren ansetzt. Aber auch Insekten besuchen die Blüten gerne und bestäuben sie.
Aus den Blüten bilden sich dann rundliche, erbsengroße Früchte. Diese sind zu beginn grünlich, werden dann rot und schließlich violett-schwarz. Sie haben einen Durchmesser von 6 bis 13,5 mm. Frühstens Ende August, meist jedoch erst im September werden die Früchte reif. Um den Gesundheitsfördernden sekundären Pflanzenstoff zu erhalten, sollte die Frucht optimal ausgereift sein. Das Fruchtfleisch sollte intensiv rot gefärbt sein. Im Fruchtfleisch sind die kleinen Samen eingebettet.
Die Herkunft der Aronia ist das östliche Nordamerika. In einem Streifen vom Kanadischen Gebiet und dem US-Amerikanischen Gebiet um die Großen Seen bis nach Süden, hin zu den Höhenlagen des Appalachen-Gebirge hinein, wachsen Aronia-Sträuche am natürlichsten. Dort wächst er sowohl im Unterwuchs von feuchten, lichten Wäldern, als auch auf trockenen Standorten von Hecken, Gebüsche und Lichtungen. Standorte mit gut ausgeprägter Bodenfeuchte und mit guter Drainage, eignen sich am besten für die Aronia. Sie selbst ist nicht tolerant gegenüber Trockenheit und Staunässe.
Die Aroniabeere ist sowohl als Nahrungsmittel wie auch als Heilmittel bekannt und wurde auch schon von der indianischen Urbevölkerung als jene verwendet.
In vielen ihrer Märchen wird die Aroniabeere/Apfelbeere/Chokebeere erwähnt.
Die Beeren wurden gesammelt und sowohl getrocknet als auch roh gegessen. In ihren Pemmikan galt sie als Zutat.
Aus den Beeren, aber auch aus den Blättern wurden Teeaufgüsse zubereitet.
Die Blätter enthalten hohe Konzentrationen an antioxidativ wirkenden Stoffen wie Anthocyane. Sie wirken sich positiv auf das Immunsystem aus und wurden u.a. zur Behandlung von Erkältungserkrankungen benutzt.
Bis 1990 war die Beere bei uns recht unbekannt, auch bis vor einigen Jahren war sie kaum bekannt. In den 1990er Jahren war sie unter den Lebensmitteltechnikern aufgrund von aus den Beeren zu gewinnendem Saftbekannt geworden. Dieser wurde als Farbstoff verwendet. Danach wurde die Aroniabeere vor einigen Jahren durch das Angebot in Reformhäusern mit Säften, getrockneten Beeren, Konfitüren und ähnlichem bekannt.
Im Englischen wird die Beere meist Chokeberries genannt, was soviel wie Würgebeere bedeutet, was auch zum Teil auf ihren Geschmack zurückzuführen ist.
Die Pflanze kam erst auf großen Umwegen zu uns. In der ehemaligen Sowjetunion machte die Aroniabeere Karriere. 1930 wurde ein Versuchsfeld in Zentralasien angelegt. 1946 wurde sie offiziell als Kulturpflanze anerkannt, da sie sich auf den Versuchsfeld bestens entwickelte. 1970 erfolgte dann die Anerkennung als Heilpflanze. Von der Sowjetunion aus wurde die Pflanze dann in den anderen Staaten des ehemaligen Ostblocks eingeführt, vor allem in Polen und der Ukraine. Zu dieser Zeit wurden auch u.a. in der Nähe von Dresden erste Plantagen angelegt und kam so zur ehemaligen DDR. Mittlerweile gibt es auch Plantagen in Nordhessen, Niederbayern, Thüringen, Brandenburg, u.v.m.



